Über den Graben

Dies ist mein vielleicht interessantestes, bestimmt aber schwierigstes Werk.

Es geht im Grunde um das Gute und Schlechte in uns. Wie viel Böses steckt in jedem Einzelnen von uns? Wann

Dietmar Syring - Über den Graben

Dietmar Syring – Über den Graben

wird das Tier in uns geweckt? Braucht es erst einen rechtsfreien Raum, in dem jeder, der die körperlichen oder finanziellen Möglichkeiten besitzt, tun und lassen kann was er will? Auch morden? Oder genügt schon ein gewiefter Demagoge um unsere Skrupel, unsere moralischen und ethischen Bedenken wegzureden? Die Massaker von Vukovar und Srebrenica sind noch nicht lange her und auch geographisch nicht weit von uns entfernt. Es waren angeblich zivilisierte Menschen, die ihre Nachbarn ermordeten und vergewaltigten. Wie sehr verroht der Mensch im Kriege? Ist uns gebildeten und zivilisierten mitteleuropäischen Wohlstandsbürgern also jeglicher Hang zum Sadismus und zur Mordlust so fern wie ein Stern am Abendhimmel?

Wie tief also ist der Graben in uns, der das Gute vom Bösen trennt, wie kurz der Sprung von Empathie getragenem Handeln in den Graben aus Hass und Gewalt.

Aber keine Angst, es wird kein theoretisches Werk oder gar eine psychologische Abhandlung werden. Es wird die Geschichte des fiktiven Serienmörders Max Zart vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges erzählt. Zugleich ist es aber auch eine flammende Anklage gegen jeden entmenschlichenden Krieg.

Inhaltsangabe:

März 1922 bis November ´22. Der Serienmörder Max Zart sitzt im Kölner Gerichtsgefängnis und bringt zwischen den Verhören sein Leben zu Papier…

Als Kind von betuchten Eltern behütet aufgewachsen stehen ihm im Leben alle Möglichkeiten offen. Er genießt die beste Erziehung und eine erstklassige schulische Bildung, leidet aber zugleich unter seiner dominanten Mutter. Sein Vater stirbt früh und seine Mutter übernimmt nun vollends die Kontrolle über sein Leben.

Der Beginn des Ersten Weltkriegs reißt Max aus seinem behüteten Umfeld  und stürzt ihn in ein jahrelanges Inferno aus Blut und Gewalt, aus Leiden und Tod, das ihn verändern wird und psychisch erkranken lässt.

Warum dieser Titel? 

Zum einen geht es, wie schon weiter oben erwähnt, um den Graben in uns, der das Gute vom Bösen trennt. Daneben hat dieser Titel aber noch eine andere Bedeutung:

´…über den Graben gehen` war im Ersten Weltkrieg bei den Frontsoldaten ein geflügeltes Wort und drückte eindrucksvoll die Angst und das Grauen der Soldaten aus, die unter gegnerischem Trommelfeuer den schützenden Graben verlassen und über Stacheldraht und Bodenminen die Stellungen des Feindes erstürmen mussten. Niemand kann heute mehr den Schrecken und die Angst erahnen, die damals in den Minuten vor dem Sturm im Schützengraben herrschten. Kriegsneurosen, ein zur damaligen Zeit neues Krankheitsbild, waren oft bei den Überlebenden solcher Sturmangriffe die Folge.

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